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St. Lucia - das Lachen der Kinder

St.Lucia, wenn ich diesen Namen in den Mund nehme, komme ich ins schwärmen. Es handelt sich hier um eine der vielen karibischen Inseln, die vulkanischen Ursprungs ist. Das Wahrzeichen sind die Pitons, zwei Vulkankegel, die parallel, senkrecht an der Küste aus dem Wasser ragen und ein beeindruckendes Bild abliefern. Genauso beeindruckend wie die Pitons ist der Rest der Insel.

Auf den ca. 615 km² Land leben ungefähr 170.000 Einwohner und ich möchte behaupten, dass 95% von diesen Menschen sich als glücklich bezeichnet. Zumindest haben mir die vielen Menschen, denen ich bei den vielen Radtouren begegnet bin, diesen Eindruck vermittelt.

Dieser Einheimische war meiner erste hautnahe Berührung in der Fremde der Karibik. Es geschah auf einer Erkundungstour und ich musste mich nach dem Weg erkundigen. Wenn ich daran zurück denke bekomme ich ein breites Grinsen auf den Lippen. Black & White mal ganz anders, und ich als der Fremde wurde sehr herzlich begrüßt und auf den rechten Weg geschickt.

Sehr oft kam ich durch Ortschaften, wo die Menschen einfach nur da saßen und sich Minutenlang durch schweigen Gesellschaft leisteten. Ihre Gesten und ihre Worte waren sorgfältig gewählt und sie gingen behutsam damit um, was mir sehr gefiel. Was mir auffiehl, egal wohin ich kam, war der sehr entspannte & zufriedene Ausdruck in ihrem Gesicht, der mir verriet, dass es diesen Menschen an nichts fehlte. Ich fühlte mich sehr wohl in ihrer Gesellschaft und tue dies immer noch.

An diese drei Männer kann ich mich noch ganz genau erinnern. Ich war verschwitzt und k.o. von der Bergfahrt, denn die Temperaturen mit der dazugehörigen Schwüle ist eigentlich nichts für uns Europäer, die trockenes Klima gewohnt sind. Sie saßen also da, machten wohl Pause von ihrer Arbeit und erfreuten sich an dem Anblick eines schwitzenden, stinkenden Weißbrotes..mich. Mir Gefiel ihr Anblick genauso gut, sodass ich ein Foto haben wollte. Und höflich wie ich bin, mit dem Bewusstsein, dass einem durch das Fotografieren die Seele geraubt werden kann, fragte ich nach, ob ich ein Foto machen könne. Die Antwort ließ mich für ein paar Sekunden sprachlos sein. Aber als ich dann das fette Grinsen in ihrem Gesicht sah, wusste ich es war ein Scherz. Die Worte des Mannes in der Mitte, die mich mit offnen Munde dastehen ließen, waren...."Für 5 Dollar"

Die Berge rauf, die Hänge nieder geht es vorbei an der fruchtbaren und wohlriechenden Natur. Der Geruch kam nicht immer von den Pflanzen am Wegesrand, sondern manchmal auch aus der Hütte. Ein leicht grauer Dunst vom Duft einer Pflanze, die einen das Leben versüßen kann.

Die Vielfalt auf der Insel ist unbeschreiblich und wir haben es uns nicht nehmen lassen von diesen Köstlichkeiten zu probieren. Es gab eine Stelle, an der bin ich mit meinen Gästen immer stehen geblieben, um zum einen den Blick runter auf die Täler und Küsten zu genießen, und zum anderen um uns Kokusnüsse vom Baum holen udn aufschlagen zu lassen. Eine Köstlichkeit, die ich empfehlen kann. Und keine Angst, das in der Kokusnuss enthaltene Cholesterin ist gesund.

Aber auch andere Früchte, wie Bananen und die so lebenswichtige, vor allem in Zeiten der Sklaverei, Brotfrucht, wurden gesichtet und probiert.

Diese Vielfalt der Pflanzen kommt nicht von ungefähr, es regnet sehr viel. Glücklicherweise dauern die Regenfälle nur solange, dass man sie in Ruhe abwarten & ausstehen kann.

Es gibt Aussichtpunkte, an denen man sich und seine Umwelt vergessen kann. Die Weite vor seinen Augen und den Wind in der Nase...mehr braucht es nicht um die Freiheit zu fühlen und um glücklich zu sein. Ein ganz großes Glück habe ich jedoch in Bergen von St.Lucia in einem Dorf gefunden. Was ich dort für mich gefunden und entdeckt habe, werde ich mein Leben lang im Herzen tragen. Es handelt für mich um das schönste Lachen auf der Erde. Um das Lachen des Kindes, welches wir immer in uns tragen. Viele haben es verdrängt, vergessen oder begraben. Aber in Momenten wie den folgenden kommt es in jedem von uns wieder hervor. Und die Wesen, die uns dieses Lächeln ins Gesicht zaubern, sind überall auf unsererm Planeten verstreut und warten auf Dich, wie auch auf mich.

Was würde passieren, wenn eine Radgruppe in Deutschland einen Unterricht stören würde. Male es Dir selber aus. Ich bin alle zwei Wochen diesen Berg zu diesem Dorf hinauf gefahren und habe "meine" Schulklasse besucht.

Es war nicht nur ein Geschenk für die Kinder. Die Lehrerin tauschte Erfahrungen mit meinen Gästen aus, die Kinder erfreuten sich an den Geschenken, wie Trinkflaschen & Energierriegel, und ich habe es ein jedes Mal aufs Neue genossen unter ihnen zu sein. Ich sah das Glück in den Augen der Kinder und sah wie meine erwachsenen Gäste Freiheit gespürt haben, die sie vielleicht vermisst haben.

 

 

 

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