Für
mich entdeckt habe ich diese Insel, welche zu Venezuela
zählt, bereits im Jahr 2004. Vor ein paar Tagen jedoch
ergab sich für mich die Möglichkeit einen ganzen
Tag lang die Insel mit dem Rad etwas intensiver zu erkunden.

Begleitet
wurde ich durch einen langjährigen Arbeitskollegen,
Namens Ronny, der an Bord für die TV-Medien zuständig
ist.

Wir
machten uns auf den Weg um beide Seiten der Insel kennen
zu lernen. An diesem Tag stießen hat der Wind, der
auf der Insel tagtäglich weht, ein wenig mehr zu blasen
gehabt als gewöhnlich, sodass unsere Kräfte, auch
bedingt durch die 40 Grad Sonneneinstrahlung, schneller
schwanden als wir es uns erwünscht haben. Ronny entdeckte
jedoch ein Straßenschild mit einem für ihn bekannten
Namen eines sehr beliebten Surferparadieses.

Nachdem
wir schon 21km gegen den Wind gefahren sind, warteten nun
noch 6km bis zum Playa El Jaque, an dem wir uns eine Pause
für Körper, Geist & Seele gönnten.





Nach
genussvollen Minuten radelten wir weiter über das recht
unterschiedliche, von der Vegetation her, Land und kamen
in direkten Kontakt mit den Einwohnern.
Zum
einen gab es frisch aus der Muschel herausgepelltes, rohes
Fleisch, welches ich erst nicht essen wollte. Ich bat den
Muschelkrabbler das Fleisch zu teilen, und nachdem er als
erster einen Biss nahm, überwand ich meine Skepsis
und tat das selbige. Es schmeckte gar nicht mal so übel,
aber zur Gewohnheit möchte ich es nicht werden lassen.

Getränke
benötigten wir auch dann und wann und bezahlten für
eine Cola und ein Wasser weniger als einen viertel Dollar.
Ich mag das Land sehr, in dem der Liter Benzin 4 Cent kostet.





Unsere
Radtour wurde zwischenzeitlich durch eine Straßensperre
unterbrochen. Studenten blockierten eine Schnellstraße
in beide Richtungen, um auf Protest gegen die Schließung
einer Uni in ihrem Land aufmerksam zu machen.


Das
schöne ist/war, alles lief ganz friedfertig ab und
man nahm sich die Zeit, um diese Zwangspause im Schatten
mit Gesprächen zu vertreiben.

Es
sind jene Momente in denen ich über mich und über
das Leben nachdenke. Ich sehe den Menschen, die Menschen
vor mir, wie sie mit ihrem wenigen Hab & Gut ihr leben
meistern und mir immer den Eindruck vermitteln dass es ihnen
nicht schlecht geht und sie mit sich und ihrer Umwelt zufrieden
& glücklich sind.

Venezuela
zählt zu den ärmsten Ländern der Erde und
sehr oft begegneten uns Männer, Frauen & Kinder,
welche nur ihre Kleider am Leib trugen und versuchten über
die Runden zu kommen.


Eine
Freude ist es ein jedes Mal, meine Trinkflaschen zu verschenken
und dabei das Glänzen der größer werdenden
Augen zu ernten. In unserem "hochmodernen", und
in meinen Augen doch zurückgebliebenen (was das Wesentliche
im Leben angeht) Westeuropa passiert mir so etwas nie, wenn
ich durch die Straßen der Städte und über
die Wege der Länder fahre.




Und
dieses ist auch der Grund weshalb ich mich in diesen Südländischen,
südamerikanischen Ländern so wohl fühle.
Hier sind die Maßstäbe anders gesetzt, hier steht
der Mensch und das Miteinander noch an erster Stelle.

Neben
den Menschen gibt es auch eine Menge was die Tierwelt für
einen bereit hält. Muscheln gibt es hier wie Sand am
Meer.

Leider
habe ich nie die Gelegenheit gehabt der heimischen Vogelspinne
zu begegnen. Dafür habe ich jedoch die Bekanntschaft
mit einer überdimensional großen Grillenart gemacht
und war nicht nur von der Größe, sondern vielmehr
von der Farbenpracht beeindruckt.



Unter
ihrem grünen Panzer schimmerte sie knallig rot und
bei jedem Flügelschlag bin ich vor Staunen wie ein
Kind erfreut gewesen.

Venezuela,
dieses Land ist eine Reise wert um die Einfachkeit des Lebens
zu entdecken oder wieder zu entdecken.