Wo
fange ich an ihr Lieben. Colon ist eine Stadt, welche man
so wie ich sie gesehen und kennen gelernt habe nicht oft
zu Auge bekommt. Im Vorfeld wird von allen Seiten davor
gewarnt sich zu weit in das Zentrum der zweitgrößten
Stadt Panamas zu wagen.
Einst
eine schöne Koloniastadt der Spanier, ist sie mittlerweile
ein wichtiger Handelsplatz für viele geworden. Von
dem Glanz der Kolnialisten sieht man nichts mehr und auch
das Geld welches durch die "Zona Libre", der großen
Freihandelszone oder durch den Panama-Kanal erwirtschaftet
wird, fließt in andere Gassen, nicht aber in die von
Colon.
Colon,
ein Ort an dem wohl eine Kriminailitätsrate herrscht,
die man nicht mit Zahlen erfassen kann, da niemand die Möglichkeit
hat die vielen Delikte festzuhalten, die in dieser Stadt
zum Alltag gehören. Aus diesem Grund ist es hier seitens
der Behörden Pflicht, dass die radtouren von Polizisten
auf Rädern begleitet werden.

Im Gegensatz zu Cartagena, in Kolumbien, halte ich diese
Maßnahme für sehr wertvoll. Aus diesem Grund
weise ich meine Gäste auf diese Besonderheit hin und
bitte sie ausdrücklich nicht einfach auf der Straße
anzuhalten, um ein möglichen Motiv für die Fotogallerie
festzuhalten. Es könnte das letzte Bild sein, welches
man schießt, bevor richtig geschossen wird.





Es
geht vorbei an bunten Autobussen, welche typisch für
diese Gegend sind und oft religiöse Bilder oder Symbole
aufweisen und damit die Verbundenheit der Menschen zur Kirche
verdeutlichen, aber auch die Lebensfreude wird auf den Bussen
durch den farbenfrohen Anstrich wiedergeben. Die erste heruntergekommen
Gebäude werden sichtbar und lassen erahnen, welche
prachtvolle Stadt Colon einst gewesen sein muss.

Und
nochmals bitte ich meine lieben radelnden Mitstreiter (auch
zur Karnevalszeit) auf die Worte und Weisungen unserer Polizeiescorte
zu hören. Und schon bald ist den Wohlstandsdeutschen
bewusst, weshalb ich sie so aufdringlich darauf hinweise.








Für
meine Gäste ist es höchst interessant, wenn zugleich
auch erschreckend, zu sehen unter welchen Bedingungen Menschen
auf unserem so fortschrittlichen Planeten leben müssen.
Um ihnen nicht allzulange das Nervenkostüm zu strapazieren,
führe ich sie dann mit Hilfe von Dario bzw. Gregory
wieder auf den "rechten Weg".






Es
geht hinein in die Natur mit den vielen Facetten des Regenwaldes.
Mit Glück sehen wir Faultiere oder Leguane. Mit Sicherheit
auf jeden Fall die Nester und den Vogel Oropendula selbst,
aber auch Geier und Termitenbauten, die hier auf Südamerika
an Bäumen festgemacht werden.


Und
dann und wann wird man vom panamaischen Fernsehen überrascht
und ausgequetscht wie eine Zitrone.



Nachdem
uns Dario über alle Einzelheiten des Interviews aufgeklärt
hat geht es endlich zu unserem Hauptziel. Zum Panama Kanal
mit seiner Gatunschleuse.






Und
weil ich ein gut erzogener Junge bin und mich meine Mama
gelehrt hat immer freundlich & zuvorkommend zu sein,
lasse ich meine Gäste nicht unwissend wieder nach Hause
reisen, sondern gebe ihnen Auskünfte über Kultur,
Geschichte und Leute.



Im
Laufe der Zeit wird man zu einem bekannten Gesicht und wird
zu einem Einheimischen, auch wenn mich meine blauen Augen
ein jedes mal verraten, mir aber wiederum Türen öffnen.


Ein
letzter Stop am großen Gatun Stausee und einem Versuch
es Tarzan nach zu machen, bevor es dann, wenn auch mit Unterstützung,
wieder Richtung Colon geht.



Während
die Gäste platt vom Wetter, sowie den vielen Eindrücken
sind und zudem glücklich darüber, wieder gesund
& sicher am Schiff angekommen zu sein, haben wir Biking
Guides niemals genug. Werden wir von den örtlichen
Guides ein jedes Mal davor gewarnt selbstständig ins
Zentrum zu fahren, genehmigen wir uns im selbigen ersteinmal
etwas Kühles, bevor es in die wirklich schwarzen Gassen
geht, in welche wir mit den Radfahrgästen nicht hinein
dürfen.













Irgendwann
jedoch werden wir doch wieder von einem Polizisten aufgesammelt,
der uns höflich, aber fordernd bittet ihm zu folgen.



Letzten
Endes sind wir alle Kinder dieser Erde und mit Sicherheit
ist unser Leben vorher bestimmt. Was uns jedoch verbindet
ist das Kind in uns, welches wir bewaren sollten und das
damit verbundene Lachen und die Freude über kleine
Geschenke
Euer
Rene´