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Der Atem des Etnas - 06.10.2009

Was mir da genau in den Sinn gekommen ist weiß ich zwar nicht, aber es hat sich gelohnt. Den Ätna kennt sicher jeder, ob nun aus Dokumentationen, Nachrichten oder in natura. Er ist das Wahrzeichen der größten Insel des Mittelmeeres, Siziliens und misst eine Höhe von circa 3.300 Metern.

Ganz genau vermag ich das nicht zu sagen, da der Ätna/Etna seine Form, bedingt durch erneute Ausbrüche und Erdverschiebungen, stetig verändert. Auf circa 1.900 Metern befindet sich eine Seilbahnstation, welche man nutzen kann, um sich auf eine Höhe von 2.500 Metern transportieren zu lassen. So hoch hinaus wollte ich mit meinen Gästen nicht. Unser Ziel war die Seilbahnstation.

Um 09.30 Uhr traf ich mich mit meinen 5 Wegbegleitern im Hafen von Catania, der schwarzen Tochter des Ätnas, wie die zweitgrößte Stadt auf der Insel heißt. Es war für mich der erste Trip bis hoch hinauf auf den Ätna. Zwar bin ich vor Jahren an den Hängen des Ätnas, auf einer Höhe von 650 Metern, mit dem Bike entlang geradelt, wollte jedoch heute den Hauch des aktivsten Vulkan Europas spüren.

Raus aus dem geordneten Chaos, wie es liebevoll die Einwohner Catanias nennen, in dem rote Ampeln nur Empfehlungen sind und Zebrastreifen lediglich den Asphalt zieren, sahen wir ihn schon bald vor unseren Augen. Noch waren wir frohen Mutes, unsere Energietanks noch voll gefüllt und unsere Brust geschwellt vom Optimismus. Der Anblick des Montjebello, so wird der Berg von den Einheimischen genannt, zog uns in seinen Bann und wir waren gefesselt, wie auch begeistern von seiner Anmut.

Ein letzter Blick zurück auf unser schwimmendes Zuhause, welches nun bereits 13km hinter uns lag. Ein erster und einziger technischer Stopp war angesagt und Martin, mein Arbeitskollege hatte noch gut lachen und hob die Daumen voller Freude nach oben. Hätte er gewusst, welches Leiden auf ihn zukommt, er hätte sich den Genuss des Alkohols in der Nacht zuvor erspart.

Schon bald musster er sich fremder Hilfe bedienen. Dies war jedoch noch nicht das Ende vom Lied.

Die Daumen noch nach oben gerichten, den Leib jedoch schon dichter dem Boden geneigt, zeigen sich weitere Schwächerscheinungen.

Der Bewuchs der Natur wurde spärlicher, die ersten kleinen Krater und Kegel wurden sichtbar

und die Luft wurde diesiger und dünner, was wohl auch für andere Gestalten galt.

Mitterweile hatten wir eine erachtliche Höhe von 1.240 Metern erreicht und hinter uns lagen 41.2 km Wegstrecke.

Bis zu unserem Ziel sollten es nun noch rund 7 km sein und alles sah noch ganz blumig aus.

Dann kam die schwärzeste Stunde von Martin, ein Augenblick den sich kein Biking Guide wünscht. "Aufgabe", und das bei einer solch einmaligen Tour.

Um den körperlichen Ausfall von Martin zu entschuldigen sei an dieser Stelle gesagt, dass er sich die Nacht vor der Tour die halbe Seele aus seinem Leib erbrochen hat und ihm dadurch wichtige Mineralien, Salze und vor allem Flüssigkeit fehlten. Dies alles geschah auf einer Höhe von ungefähr 1.300 Metern. Der Gipfel des Ätnas war immer noch zu sehen und wir wussten nicht, welche Arten von Steigungen auf uns warteten.

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Mit einem Mal änderte Sich die landschaftliche Umgebung und auch die Sauerstoffverhältnisse in der Luft merklich. Das Atmen viel mir schwerer und ich merkte wie sich der Energiezustand meines Leistungsakkus rapide reduzierte.

Dann war es auch für mich soweit. Der Moment war gekommen in dem mich der Ätna in die Knie, besser ausgedrückt, auf den Boden zwang. Ich war mit meinen Kräften, mit einem niedrigen Sauerstoffgehalt im Blut, am Ende. Wie ein Käfer am Boden liegend versuchte ich zu Kräften zu kommen, rappte mich noch einmal auf, um mich aufs Rad zu begeben, musste jedoch feststellen, dass der Wille, die Kraft des Vulkan stärker war, als diemeinige.

Fünf Wegbegleiter waren es zum Anfang. Ein Guide musste als erstes dem Willen des Ätnas weichen. Zwei weitere Radfreunde hatten auf einer Höhe von 1.500 Metern bzw. 1.600 Metern aufgeben müssen. Die restlichen beiden Kämpfer ließen mich nach 48.1 km Wegstrecke und gefahrenen 1.755 Höhenmetern zurück und traten die letzten 1,5 Kilometer Strecke, zur Seilbahnstation an, welche sie auch voller Freude erreichten.

Nun folgte der Abstieg, welcher nicht ganz ohne war, da wir alle mehr als ausgelaugt waren, die Temperaturen oben auf dem Etna alles andere als sommerlich warm waren und wir lediglich Kekse und Cola zum Verzehr hatten, welche unsere beiden Helden vom "Gipfel" mitbrachten. Nach und nach wurden alle Helden wieder aufgesammelt und man war stolz den höchsten und aktivsten Vulkan Europas teils bezwungen zu haben.

83,2 km und 1.877 Gesamthöhenmeter absolvierten 5 von 1.200 Menschen der AIDAcara am 06.Oktober 2009.

Catania

Catania ist die zweitgrößte Stadt Siziliens und Hauptstadt der Provinz Catania in Italien.

Catania liegt an der Ostküste Siziliens am Fuße des ca. 30 km entfernten Ätna, des größten und aktivsten Vulkans Europas.

Catania wurde im 8. Jahrhundert v.Chr. von griechischen Siedlern aus Naxos gegründet. Ab 1071 begann man mit dem Bau der Kathedrale und es entstanden weitere Siedlungen um Catania. Die Stadt wurde 1669 und 1693 zu großen Teilen von Erdbeben und von Lavaströmen zerstört, die damals bis zum Meer vordrangen. Nach der Zerstörung 1693 wurde die Stadt in dem heute noch im Stadtbild ersichtlichen barocken Baustil wieder aufgebaut. Im 19. Jahrhundert wurde Catania Provinzhauptstadt der gleichnamigen Provinz.

Auf Sizilien heißt die Mafia „COSA NOSTRA“ (unsere Angelegenheit)
C a. 300 Menschen sterben jährlich durch Killerkommandos der „Ehrenwerten Gesellschaft“ („Lonorata Societa“)
L aut italienischen Medienberichten zahlen 70 Prozent aller Unternehmer und Geschäftsleute auf Sizilien Schutzgeld (das sogenannte Pizzo).
Allein auf Sizilien bringt das Schutzgeld der Mafia jährlich sieben Milliarden Euro, in Italien landesweit durch Schutzgeld und Erpressung 14 Milliarden ein
Selbst kleine Ladenbesitzer zahlen demnach 500 bis 1.000 Euro pro Quartal, bessere Geschäfte wie etwa Juweliere müssen 3.000 Euro abgeben, große Läden 5.000 Euro.
Ausgenommen sind Geschäftsleute, die Verwandte im Gefängnis haben, einen Trauerfall in der Familie zu beklagen oder einen Polizeibeamten oder Carabiniere unter den Verwandten haben.

Auf Sizilien leben 25.000 Fischer und fangen 20% der Gesamtausbeute Italiens. In Catania ist der schönste Fischmarkt Europas zu bewundern, welcher täglich unzählige bunte, große & kleine Meerestiere zur Schau stellt.

 

 

 

 

 

 

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